3 Hochzeiten an einem Tag: golden, silbern und grün.

1950 wurde in Kopfing diese denkwürdige Hochzeit gefeiert - mit drei aus Kopfing gebürtigen Schwestern als Bräute, wovon eine schon rund 25 Jahren in den USA lebte...

In der Presse war das ein Anlass, das „zwischen Wiesen und Wäldern“ liegende Kopfing mit seinen 2000 Einwohnern vorzustellen - denn: Drei Hochzeiten an einem Tag sind eine Seltenheit!

3 Schwestern aus Kopfing gaben den Anlass für dieses Fest, - eine Goldbraut und zwei Silberbräute! Letztere waren nach dem 1. Weltkrieg in die USA ausgewandert - und heirateten dort am gleichen Tag Amerikaner. Zur Feier ihrer eigenen Silberhochzeit und zur Feier der Goldenen Hochzeit ihrer Schwester kam eine der Silberbräute mit ihrem Gatten zurück nach Kopfing: Und als das goldene und silberne Brautpaar die Kirche verließen, da zog ein "weißes" Hochzeitspaar in die Kirche ein. So wurden es drei Hochzeiten an einem Tag, die in Kopfing gefeiert wurden.

Wir sind immer gute Kameraden gewesen, so fasste der Bräutigam sein 50-jährige Ehe zusammen: Der "goldene Bräutigam" ist knapp 80 Jahre alt. 74 Jahre alt ist die „goldene“ Jubelbraut, die älteste von den drei Schwestern.

Ihre schönste Erinnerung ist, dass sie in Gmunden der Kaiser gegrüßt habe. Die schmerzlichste Erinnerung des knapp 80-jährigen Bräutigams, einem ehemaligen Förster aus der Steiermark, sei der Moment nach dem ersten Weltkrieg, als man ihm sein Gewehr nahm. 

 Die „silberne“ Braut Mathilde Quint kam mit ihrem Mann aus Los Angeles - sie war mit ihrer Schwester kurz nach dem 1. Weltkrieg in die USA ausgewandert, dort heirateten die beiden am selben Tag, - und kamen nicht wieder nach Österreich zurück.

Das Fest der Silbernen Hochzeit musste sie ohne ihre Schwester feiern, die in den USA geblieben war, ihre beiden  Töchter konnten auch nicht mitkommen.

 

Pauline und Matthias Schönbauer  zogen am Tag ihrer Hochzeit in die Kirche ein, nachdem die beiden Jubelpaare diese verlassen hatten.

Inzwischen haben auch sie längst ihre Goldene Hochzeit gefeiert. 

 

Und Maria und Sohn Herbert Schönbauer leben heute auf dem Hof.

Das Luftbild (1960) zeigt den Schönbauer – Erbhof in Engertsberg (Nr. 1, "Schönbauer" schon vor 1739). 

  

Gegenüber gibt es mit dem Kammerer – Erbhof einen weiteren; von hier stammt der gebürtige Kopfinger Pfarrer Josef Kammerer ab. Die „Kammerer“ sind die älteste nachgewiesene Kopfinger Familie: Im Jahr 1651 haben 13 Generationen hier ihren Ursprung.  

Anmerkung: Engertsberg gehörte mit Nachbarortschaften im Osten Kopfings lange zur Pfarre Raab und wurde erst 1784 der Pfarre Kopfing zugewiesen!