Urlaubssperre: Nichts mehr zum Essen da!


Das Aus für den Fremdenverkehr

1918-1922 

1917 war die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln in OÖ nicht mehr gesichert. Das Land griff ein und verbot den Fremdenverkehr im Sommer.

Die Gemeinde Kopfing zog am 28. 6. 1919 nach und gab in Form einer Anzeige im "Linzer Volksblatt" bekannt: Die "Sommerfrische" wird abgeschafft.

 

Neben den vielen "Hamsterern" aus den Ballungsgebieten waren nun auch die Sommerfrischler nicht mehr wollkommen: "Der Fremde war vom Gast zum Feind geworden". Der rasante Wertverlust der Krone und die einsetzende Hyperinflation zwischen 1918 und 1922 hatten die Fremdenfeindlichkeit angeheizt.  (Sandgruber, OÖN v. 10.11.2018).

Auch in den ersten Jahren nach dem Ende des 1. Weltkrieges fehlte es den Menschen an Geld, Arbeit und Lebensmitteln. Schleichhandel und Preistreiberei waren die Folge. 

 

Das Geld verlor oft über Nacht an Wert: 1923 kostete ein Quadratmeter Baugrund in Kopfing 10.000 Kronen, einige Monate später eine Schreibmaschine 5 Millionen Kronen. Wegen des Verfalls der Krone führten immer mehr Gemeinden ab 1920 ein eigenes Notgeld ein...

Erst die Einführung der neuen Schilling-Währung mit 1. März 1925 setzte dieser wirtschaftlichen Abwärtsspirale ein Ende.


Auf Sommerfrische in Kopfing.

Die Wiener Familie Helene und Richard Rausch (Foto unten links aus dem Jahr 1931) verbrachte seit 1922 den Sommer in Kopfing (Wirt in Kopfingdorf, Lichthäusl) und machte sich in den frühen 1930er-Jahren in der "Rausch-Villa" ansäßig. Vgl. dazu den historischen Abriss "Im Licht".

Seit 1934 kam der Dentist Franz Hort samt Familie aus Wien (Foto unten rechts aus dem Jahr 1959mit Gattin Helga) den Sommer über nach Kopfing, 1946 ermöglichte ihm der persönliche Einsatz des damaligen Gemeindearztes Dr. Rudolf Weissensteiner den Aufbau einer eigenen Zahnarztpraxis.

 


Der untenstehende Zeitungsartikel (1920) lässt sich aufgeklappt gut lesen. Worum geht es in dieser Beschreibung, die mit Innviertel überschrieben ist und von Kopfing handelt.

? Um den Kirchenwirt, Fremdenzimmer im Gendarmerieposten der Kaserne, die Auerhahnjagd und um einen sächsischen Jagdgast - und zuletzt den frommen Wunsch, dass sich die Schieber zukünftig wieder mit dem Kegeln begnügen wollten ....