Ruhland | aktualisiert: 26.11.2018


Merkwürdigkeiten

... während langer und oft schneereicher Wintertage

Lange Winter mit viel Schnee sorgten in Kopfing immer schon für Zeitungsmeldungen;

erst vor einigen Jahren (2006) wurde Kopfing sogar zum Notstandsgebiet erklärt und Einsatzort des Bundesheeres ... 


Eine Hochzeit ohne Brautleute gab es im Februar 1888 (laut nebenstehenden Bericht des Linzer Volksblattes): Die Kopfinger feierten erst einmal ohne die Brautleute - die Kirche war ja voll gefüllt, laut Neuer Warte wie gewohnt nicht mit Andächtigen, sondern mit Neugierigen...

Am Montag drauf - Trauungen waren früher ja an Wochentagen - konnten auch die Brautleute dabei sein. Der Berichterstatter für die Neue Warte schreibt: "So wird ihnen am Faschingmontage das süße Joch der Ehe aufgelegt werden, wenn sie bis dorthin nicht wieder verschneit werden."

Ziemlich genau ein Jahr später, 1889, war es keine Hochzeit, sondern ein Begräbnistag, an dem Kopfing im Schnee versank:  Beim Begräbnis des Gemeindesekretärs und Wirtes Severin Brunbauer, der im 40. Lbj. verstorben war, konnte wegen der starken Schneeverwehungen nicht einmal die ganze Verwandtschaft teilnehmen ...


Das Neuigkeits Welt-Blatt (16. 12. 1884) berichtet von einer

Todesahnung aus Kopfing

Theresia Feichtner (81), Zimmermannswitwe und Inwohnerin beim Steinmetz Hamedinger in Kopfingerdorf 2, ahnte nach der Ablegung der Adventbeichte ihr bevorstehendes Ende ...

Die Eintragung im Totenbuch der Pfarre ist sachlich und vermerkt als Todesursache "Schlagfluß", also einen Schlaganfall.


Trendsportart Pferdeschlitten - Rennen

In den 40 Jahren zwischen 1885 und 1925 war die Austragung dieser Rennen mit Pferdeschlitten eine beliebte Freizeitbeschäftigung für Bauern wie Bürger.

Als Veranstalter der sehr gut besuchten Rennen fungierten in Kopfing immer öfter die Wirte, was auch Kritik hervorrief. (s. Bericht Neue Warte, 14.1.1888).

Die bäuerlichen Schlittenwettbewerbe (das "Bauernfahren") waren mit Geldpreisen dotiert, die Engertsberger Bauern Josef Kammerer und Johann Zauner sowie Franz Hamedinger aus Leithen waren (auch bei Rennen in der Umgebung) öfter in den Siegerlisten zu finden. Es gab aber auch "bürgerliche" Schlittenrennen, die oft am selben Tag, manchmal auch erst eine Woche später stattfanden. Hier werden 1909 auch der Gastwirt Johann Unger und der Gemeindearzt Dr. Peter Bachinger als Sieger eines Bürgerrennens genannt. Der Wirt Valentin Grüneis gewann 1925 ein Rennen in Andorf.

Am 30.1.1996 fand eine gemütliche Fahrt mit Pferdeschlitten nach Eggerding statt. (Bericht Linzer Volksblatt, 2.2.1896): Dem ehemaligen Kopfinger Kaplan Joh. Ev. Plasser galt dieser Überraschungsbesuch per Pferdeschlitten: 12 Schlitten und 56 Kopfinger samt Musikkapelle und Sängerrunde nahmen nach einem Bericht der Neuen Waerte an dieser Ausfahrt teil, die von vielen Neugierigen in Sigharting und Andorf bestaunt wurde...


Wetterkapriolen

Anfang Mai 1893 war (laut Bericht der Tages-Post vom 9.5.) legte sich eine durchgängige Schneedecke im Inn- und Mühlviertel über die schon blühenden Obstbäume.

Ein Schuh (= ein Fuß)  |   je nach Land rund 30 cm.