Schatzgräber in der Ach

und die rote Geiß ...

Im November 1887 fand die Geschichte vom "Schatzgräber" den Weg in die Neue Warte am Inn - die Hintergründe dazu:

1) Rund um den Steinbruch in der Ach erschreckt die rote Geiß die Menschen schon seit der Pestzeit 1634.

2) Bis um die Jahrhundertwende 1900 hat das Steinmetzgewerbe einen goldenen Boden und die Besitzer der Steinbrüche (wie der Bauer in Eggenberg) werden reich, denn überall in der Monarchie wirdgebaut.

3) Ein Strolch sucht vergeblich nach dem Geld des Bauern; doch er findet beim Wirt in der Achnur  die Geldbörse der Wirtstochter (die er später zurückbringt).

4) Die drei "stets als mutig bekannten" Kopfinger Bauern beim Wirt vermuteten statt des flüchtenden Diebes die rote Geiß - und warten sicherheitshalber bis zum nächsten Nachmittag, um gefahrlos nach Hause zu kommen. 

 

Der Bauer in Eggenberg, auf dessen Grund in einigen Steinbrüchen Steinhauer und Steinmetze werkten, hatte so einiges an "Silber!" angesammelt. Auf der Suche nach den Silberstücken verirrte sich ein Strolch bis in den Oberstock beim Wirt in der Ach, von dort verschwand er mit der gefüllten Brieftasche der Wirtstochter.

Den Gästen - drei an sich als unerschrocken bekannte Kopfinger - wurde Angst und Bange bei den Geräuschen des flüchtenden Diebes und die drei (der Weiretmeier, der Dichtl und der Fasching) wussten sofort: Das war die rote Geiß! Vorsichthalber blieben sie bis zum hellichten Tag, besser, bis zum Nachmittag des nächsten Tages im Wirtshaus. Dann erst wagten sie den Weg heimwärts.

Obwohl die Nachforschungen der tüchtigen Gendarmen erfolglos blieben, brachte der reumütige Dieb nach einigen Wochen (fast) das ganze gestohlene Geld zurück. Laut Zeitungsbericht die Moral von der Geschicht': Es gibt doch auf der Welt noch ehrliche Dieb'!

 

         

Historische Anmerkung (Vgl. >Historische Abrisse< Steinreich Kopfing)

Wirt in der Ach (Schnürberg 6)

und der gräfliche Steinbruch in der Ach

Die Konzession für das Gasthaus beruht auf einer Konzession von Maria Theresia.

Mit der Vergrößerung des Steinbruchbetriebes (Verpachtung des gräflichen Steinbruchs und Kauf des Wirtshauses durch Robert Graf Pachta 1868) gewann das günstig zwischen den drei Gemeinden Kopfing, St. Roman und St. Aegidi gelegene Wirtshaus an Bedeutung.

1971 legte die letzte Wirtin Maria Greiner die Konzession zurück.