Land- und Forstwirtschaft einschl. Handel mit "Landesprodukten" sowie die Nutzung des Granits durch Steinhauer standen neben der Arbeit der "Störhandwerker" am Beginn der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region.
Land- und Forstwirtschaft einschl. Handel mit "Landesprodukten" sowie die Nutzung des Granits durch Steinhauer standen neben der Arbeit der "Störhandwerker" am Beginn der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region.

Laut Prof. Dr. Josef Grüblinger (1974) ist die so genannte "Pestsäule" ("Heidenkopf", Foto oben rechts) in Kopfingerdorf ein Produkt der "arbeitslosen Zeit" der Steinhauer. Nach ihm ist diese Figur die Winterarbeit eines Steinhauers und nicht so alt, wie die eingestemmte Jahrzahl 1627 vermuten lässt.

Das Schild vom Viktualien- und Rohproduktenhandel des Josef Brunbauer (Kopfing Nr. 23. heute Gasthaus zur Post) gibt einen Hinweis. In diesem Haus arbeitete auch der Schuster Leopold Weishäupl (ein Bruder des Besitzers der gegenüber liegenden Wirtschaft, vgl. Schuh auf der Tafel) , - er starb 1910 als Schuhmacher und Hausbesitzer in Ruholding 10.

Schon vor ihm war seit 1860 der Schuster Andreas Koller im Karl-Fritzn-Haus in Ruholding 10, bevor er zum Begründer der Koller-Schuhdynastie wurde: Nach ihm bestimmte der  Name Martin Koller über drei Generationen das Wirtschaftsleben in Kopfing; 

Heinrich Weishäupl wurde noch vor 1900 durch den Handel (Beeren und Holz aus Kopfing) reich und investierte sein Vermögen in Grundkäufe.

Noch vor dem 1. Weltkrieg tauchten Johann und Maria Unger als Eigentümer des "Ungerwirtshauses" auf, schon in den 20er-Jahren sollte sich daraus das "Besitztum Unger" mit Bauernhaus und Säge (Knechtelsdorf) und dem Gasthaus in Kopfing entwickelt haben.

Josef Danninger (1891-1974) gründete 1916 im Auftrag der Post eine Pferdekutschenlinie zwischen Kopfing und der Bahnstation Andorf. Heute noch steht das Kopfinger Unternehmen "CAD" Danninger für Transporte.

Heinrich Weishäupl's Handlung - die selbst verlegte Ansichtskarte zeigt das modern ausgebaute Geschäft (um 1899). 

1889 hatte Heinrich Weishäupl das Haus Nr. 4 gekauft, aus- und umgebaut und dann ab 1900 mit Stallungen und einem landwirtschaftlichen Trakt ergänzt.

Das Pulvermagazin des Heinrich Weishäupl entstand 1902 im Umfeld einer wirtschaftlichen Aufbruchsstimmung: Weishäupl selber hatte sein landwirtschaftliches Anwesen ebenso wie das Kaufgeschäft, welches auch den Handel mit Landesprodukten betrieb, ausgebaut. Der Neubau der Pfarrkirche stand vor der Tür. Der gräfliche Steinbruch in Ach, betrieben von der Mauthausner Firma Poschacher, war von Kopfinger Steinmetzmeistern (Alois Beham, Josef Gruber) übernommen worden; auch rundherum zwischen Stein, Neukirchendorf und Mitteredt - Aherndl wurde Granit abgebaut. Ab 1904 nutzte der gebürtige Neukirchendorfer Matthias Kammerer Brüche zwischen Kopfingerdorf und dem Eisenhut gewerblich.

Dazu wurde für viele bäuerliche Kleinsteinbrüche  Schwarzpulver ebenso gebraucht wie für Rodungsarbeiten samt der Beseitigung der Wurzelstöcke und die Neuanlage von Wegen...

Einen Barometermacher gab es in manchen Gemeinden - in Kopfing fertigte Johann Stadler (Feichtner) in Ruholding 5 zwischen 1900 und 1940 im Winter während seiner "arbeitslosen" Zeit als Zimmermann Barometer an ...

 

Diese "Winterarbeit" betraf vor allem auch die Steinhauer, die während der schneelosen Zeit direkt in den Wäldern Granit "brachen" und daraus ihre Werkstücke fertigten.

Foto oben: Grander 1714.

Das Pulvermagazin wurde entgegen den vorgelegten Plänen nicht als Steinbau genehmigt: Eine Holzbauweise samt Abdeckung mit einer Sandschicht sollte die Schäden bei einer rmöglichen Explosion gering halten.

Der Situationsplan zeigt schön den Besiedlungsgrad zwischen Kopfing und Götzendorf; der Anrainer Franz Straßl (Nr. 24) sah bei einer möglichen Explosion sein Haus gefährdet. Der Staatstechniker wies den Einwand wegen der Entfernung von mehr als 100 m und der leichten Bauweise des Magazins zurück. Johann Kornfelder, Martin Wasner und Johann Hosner stimmten dem Vorhaben vorbehaltslos zu.

Bei der Kollaudierung wurde die Bauweise festgeschrieben: Das Magazin samt Vorraum musste aus Holz in die Leithen gebaut werden, damit es besser mit Sand und Erdreich abgedeckt werden konnte.

Maximal 100 kg Schwarzpulver durften darin gelagert werden. Weiters wurde verlangt: Ein Zaun rundherum, die Führung eines Dunstrohres über das Dach hinaus und die Anbringung einer Warntafel, die auf das Rauchverbot hinwies.